Leistungsschutzrecht – die Macht vom Springer im Staat

Wir bekommen ein Leistungsschutzrecht. Das scheint nach der gestrigen Koalitionsklausur wohl Fakt zu sein.

Doch was ist das überhaupt genau? Kurz zusammen gefasst bewirkt das Leistungsschutzrecht eine Zahlungspflicht für Anbieter, die gewerblich tätig sind und Presseartikel im Auszug veröffentlichen und verlinken. Betroffen davon wären zum Beispiel Anbieter wie Google News.

Was passiert, wenn das wirklich eingeführt wird kann man sehr schön am Beispiel Belgiens nachlesen.

Die Kritik der Netzpolitik war selbstverständlich auch ziemlich verheerend.“Axel Springer kauft Leistungsschutzrecht bei Koalition” titelt beispielsweise Netzpolitik.org. Passend fasst auch praegnanz.de zusammen: “Verlage verspielen Verlinkungswürdigkeit”.

Bis auf weiteres rufe ich hiermit einen vollständigen Verlinkungs- und Zitatboykott auf, was große deutsche Verlage angeht. Mal sehen, wer am längeren Hebel sitzt.

Dem kann man so nur zustimmen. Sollten die Presseverlage wirklich die Macht der Straße spüren sollten sie hoffentlich schnell merken, wer hier am längeren Hebel sitzt.

Schlussendlich möchte ich euch auch nicht die schöne Presseschau von netzwertig.com vorenthalten: “Presseverlage gegen den Rest der Welt“.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Aufschrei groß genug sein wird um dieses Vorhaben noch einmal abzuwenden. Die Regierung hinterlässt mal wieder verbrannte netzpolitische Erde und bestärkt so die Vorwürfe, dass sie eigentlich gar keine Ahnung vom Internet hat. Und dass sie an einem Dialog auf Augenhöhe nicht sonderlich interessiert ist.

Oder wie Peter Altmaier(Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU Bundestagsfraktion) twittert:

Bei #LSR sind private User also nicht betroffen. In der gewerbl. Wirtschaft bleiben Lesen am Bildschirm, Speichern u Ausdruck kostenfrei.

Ist klar. Vielen Dank Herr Altmaier. Dafür, dass sie zugeben am Ende doch keine Ahnung vom Internet zu haben. Und dafür, dass es ihnen egal ist, wenn sie innovative Startups gängeln, indem sie neue Services automatisch mit einer Abgabe belegen, die sie sicherlich am Anfang nicht aufbringen können.

Bei meiner nächsten Taxifahrt erwarte ich auch, dass der Taxifahrer mir Geld für die Fahrt gibt.

 

 

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